Läßt sich Liebeskummer “besiegen”? Die eigene Trauer nach einer Trennung beseitigen, wie einen Feind? Manch eine|r wünscht sich das. Aber wie war das noch, als Ihre Beziehung begann? Hat sich das alles von allein ergeben, vermutlich nicht. Es war wohl mit Risiko und Einsatz verbunden. Ein Annähern und Vortasten,… verbunden mit der Angst, dass Gefühle nicht erwidert werden könnten.

Jedoch mit der Zeit dann wird der/die PartnerIn Teil des Lebens. Er oder sie wird mitgedacht, mitgefühlt. Wird verinnerlicht. Was würde … sie sagen, er meint oft… was denkt sie wohl. Auf der “inneren Bühne” der wichtigen Personen bekommt sie je nach Beziehungsdauer einen fixen Platz. Sei sie/er nun Objekt der Begierde & Freude oder auch als Reibebaum.

Emotionale Bezugspunkte oder besser gesagt BeziehungspartnerInnen sind für uns wichtig. Nicht nur zum Stillen von (Sicherheits-) Bedürfnissen sondern um sich bei der eigenen Entwicklung auf jemanden beziehen zu können. Das alles hat seinen Wert. Martin Buber meint: Wir werden am Du zum Ich. Wir sind angewiesen darauf, uns an einem Gegenüber zu entwickeln. Alleine können wir uns nur bedingt “erfinden”.

Kein Wunder, dass es Kummer macht, wenn ein wichtiger Bezugspunkt verloren geht. Worauf beziehen wir uns in Zukunft? Im Vordergrund steht oft noch das WARUM und auch das WIE er/sie uns abhanden kommt. Die “Schuldfrage”, bewußt unter Anführungszeichen gesetzt, denn 50% der Verantwortung gehören auch Ihnen.

Etwas Wichtiges zu verlieren darf Schmerzen bereiten. Sonst wäre es unbedeutend gewesen. Die Person verläßt unser soziales Atom, die Beziehung lebt im Inneren fort, jedoch im Außen vermissen wir sie. Ein Widerspruch. In der Trennung erfahren wir ein Zurückgelassen werden, ein Zurückgewiesensein und letztlich vorübergehendes Alleinesein. Gefühle der Einsamkeit. Eine sehr existenzielle Erfahrung für Wesen, die auf “Bindung programmiert” sind - wie wir Menschen.

Wer die eigenen Gefühle ernstnimmt, wird in der Trennungsstunde so gut es geht beim empfundenen Schmerz bleiben. ER/SIE wird ihn aushalten lernen und Wege finden, sich selbst beizustehen oder sich vorübergehend Hilfe zu nehmen. Nicht Besiegen und Bekämpfen der nun auftretenden Gefühle sondern zulassen, trösten, ausdrücken, sich mit anderen über diese zutiefst menschliche Erfahrung austauschen ist angesagt.

Das heutige Thema ist ein Schweres, trifft jedoch jeden und jede, die sich wirklich auf Beziehung eingelassen haben.

Gute Umsetzung wünscht,

Martin Geiger, aus Mistelbach

Linktipps

Musik: Dance me to the end of Love, https://youtu.be/NGorjBVag0I

Nachlese: https://www.spektrum.de/news/wie-man-liebeskummer-besiegt/1569872altherapeut

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